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Digitale Medien verbessern (frühkindl.) Lernen?

Prof. Spitzer antwortet seinen Kritikern

In der Fachzeitschrift „Nervenheilkunde“ 1-2/2015 setzt sich Prof. Manfred Spitzer in seinem Artikel „Mit dem „Ende der Kreidezeit“ bleibt das Denken auf der Strecke“ mit seinen Kritikern auseinander.

Nach den Aussagen von Politik, Wirtschaft, einigen Medienpädagogen und Medien sind die digitalen Medien ein Segen für die Schule. „Die Vermittlung von Kenntnissen über Computer“ sei derzeit „die größte Herausforderung für die Schulen“. „Je digitaler, je besser“. Doch Spitzer führt an: Nach Ergebnissen großer deutscher und internationaler Studien verbessern „Computer an Schulen weder das Lernen noch die Schulleistungen.“ Das ist das Ergebnis einer vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, der Europäischen Union und der Deutschen Telekom geförderten Studie "Schulen ans Netz. 1.000 mal 1.000: Notebooks im Schulranzen". Die Notebooknutzung hatte „weder bessere Noten, noch besseres Lernverhalten der Schüler“ zum Ergebnis. Allerdings waren die Schüler“ im Unterricht mit Notebooks tendenziell unaufmerksamer.“ Nicht einmal der Umgang mit Computern wurde in den Computer-Klassen gelernt: “Im Informationskompetenztest wurden keine Unterschiede zwischen Notebook- und Nicht-Notebook-Schülern gefunden.“

Nach einer Allensbach-Umfrage, die im Herbst 2014 im Auftrag der Deutschen Telekom Stiftung bei Eltern, Lehrern und Schülern durchgeführt wurde, sieht „eine deutliche Mehrheit im Hinblick auf die Verwendung digitaler IT im Bildungsbereich mehr Nachteile als Vorteile.“ Im Fachblatt Science wurde im Jahr 2012 eine Übersicht zum Thema „elektronische Lehrbücher“ publiziert. Danach ist „der Lernerfolg umso geringer, je mehr die Lehrbücher das digital Mögliche auch verwirklichen: Videos und Hyperlinks (anstatt Bilder und Literaturangeben) verführen zum Klicken und lenken vom Lesen ab.“

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